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Gestörte Hautbarriere oder Akne? Warum beides oft zusammenhängt

  • Autorenbild: Tanja
    Tanja
  • 7. Juni
  • 3 Min. Lesezeit

Viele Menschen mit Akne konzentrieren sich verständlicherweise auf die sichtbaren Symptome: Mitesser, Pickel oder Entzündungen. Dabei wird ein wichtiger Faktor häufig übersehen – die Hautbarriere.

Besonders dann, wenn die Haut gleichzeitig spannt, brennt, schuppt oder auf nahezu jedes Produkt empfindlich reagiert, lohnt sich ein genauerer Blick auf ihre natürliche Schutzfunktion.

Doch was hat die Hautbarriere überhaupt mit Akne zu tun? Und warum beschäftigen sich moderne hautphysiologische Behandlungskonzepte häufig zunächst mit der Stabilisierung der Hautfunktion?

Was ist die Hautbarriere?

Die Hautbarriere befindet sich in der äußersten Schicht unserer Haut, der sogenannten Hornschicht (Stratum corneum).

Ihre Aufgabe besteht darin, den Körper vor äußeren Einflüssen zu schützen und gleichzeitig den Verlust von Feuchtigkeit zu begrenzen.

Oft wird die Hautbarriere mit einer Backsteinmauer verglichen:

  • Korneozyten (Hornzellen) bilden die „Ziegelsteine“

  • Hautlipide (Ceramide, Cholesterin und freie Fettsäuren) bilden den „Mörtel“

Nur wenn beide Bestandteile intakt sind, kann die Haut ihre Schutzfunktion zuverlässig erfüllen.

Die Hautbarriere besteht aus mehr als nur Hornzellen

Zu einer gesunden Hautbarriere gehören verschiedene Systeme, die eng zusammenarbeiten.

Der Säureschutzmantel

Die Hautoberfläche besitzt einen leicht sauren pH-Wert von etwa 4,5 bis 5,5.

Dieser sogenannte Säureschutzmantel unterstützt:

  • die Abwehr unerwünschter Mikroorganismen

  • die Funktion wichtiger Hautenzyme

  • die Stabilität der Hautbarriere

Verändert sich der pH-Wert dauerhaft, können diese Prozesse gestört werden.

Das Hautmikrobiom

Auf unserer Haut leben Milliarden Mikroorganismen.

Dazu gehören:

  • Bakterien

  • Pilze

  • Viren

  • Archaeen

Gemeinsam bilden sie das Hautmikrobiom.

Viele dieser Mikroorganismen erfüllen wichtige Aufgaben. Sie konkurrieren mit krankmachenden Keimen, trainieren das Immunsystem und tragen zu einer gesunden Hautfunktion bei.

Warum die Hautbarriere für Akne wichtig ist

Akne entsteht nicht durch eine gestörte Hautbarriere.

Die eigentlichen Ursachen liegen häufig in einer Kombination aus:

  • erhöhter Talgproduktion

  • Verhornungsstörungen

  • Entzündungsprozessen

  • hormonellen Einflüssen

Eine geschädigte Hautbarriere kann jedoch dazu beitragen, dass Entzündungen leichter entstehen oder länger bestehen bleiben.

Man könnte sagen:

Die Hautbarriere verursacht die Akne nicht – sie beeinflusst jedoch, wie gut die Haut mit ihr umgehen kann.

Wenn die Haut in den Alarmmodus gerät

Ist die Hautbarriere geschädigt, gelangen Reizstoffe leichter in die Haut.

Das Immunsystem reagiert darauf mit der Freisetzung verschiedener Entzündungsbotenstoffe.

Hierzu gehören unter anderem:

  • Interleukin-1 (IL-1)

  • Interleukin-6 (IL-6)

  • Tumornekrosefaktor Alpha (TNF-α)

Diese Botenstoffe spielen auch bei entzündlichen Akneprozessen eine wichtige Rolle.

Die Haut befindet sich dadurch in einer Art dauerhaften Alarmzustand.

Warum viele Aknehaut gleichzeitig empfindlich ist

In der Praxis beobachten wir häufig, dass Menschen mit Akne ihre Haut sehr intensiv behandeln.

Verständlicherweise möchte man Mitesser und Entzündungen möglichst schnell loswerden.

Zum Einsatz kommen deshalb oft:

  • aggressive Reinigungsgele

  • alkoholhaltige Produkte

  • häufige Peelings

  • mehrere Wirkstoffe gleichzeitig

Kurzfristig fühlt sich die Haut dadurch häufig sauberer an.

Langfristig kann die Hautbarriere jedoch zunehmend belastet werden.

Die Folge können sein:

  • Brennen

  • Spannungsgefühle

  • Schuppung

  • Rötungen

  • erhöhte Empfindlichkeit

Der Teufelskreis der überpflegten Aknehaut

Viele Betroffene geraten ungewollt in einen Kreislauf:

Akne → stärkere Produkte → gereizte Haut → mehr Entzündungen → noch stärkere Produkte

Je stärker die Hautbarriere belastet wird, desto empfindlicher reagiert die Haut häufig auf weitere Maßnahmen.

Dadurch entsteht schnell der Eindruck, dass gar nichts mehr vertragen wird.

Woran erkennt man eine gestörte Hautbarriere?

Mögliche Hinweise können sein:

  • Brennen nach dem Auftragen von Pflegeprodukten

  • Spannungsgefühl trotz fettiger Haut

  • plötzliche Empfindlichkeit

  • Rötungen

  • Schuppung

  • schlechte Verträglichkeit neuer Produkte

Wichtig ist jedoch:

Nicht jede Aknehaut besitzt automatisch eine gestörte Hautbarriere.

Deshalb lohnt sich eine individuelle Betrachtung der Hautsituation.

Bedeutet das, dass man Akne nur über die Hautbarriere behandeln sollte?

Nein.

Eine stabile Hautbarriere ersetzt keine notwendige medizinische Therapie.

Bei schwerer Akne können beispielsweise dermatologische Behandlungen, Arzneimittel oder weitere diagnostische Maßnahmen erforderlich sein.

Die Hautbarriere ist jedoch häufig ein wichtiger Baustein innerhalb eines ganzheitlichen Behandlungskonzeptes.

Denn eine Haut, die ihre Schutzfunktion besser erfüllt, toleriert viele therapeutische Maßnahmen deutlich besser.

Fazit

Akne und Hautbarriere sind nicht dasselbe. Dennoch stehen beide häufig in enger Wechselwirkung.

Eine gestörte Hautbarriere verursacht keine Akne, kann Entzündungen und Reizungen jedoch verstärken. Gleichzeitig können aggressive Behandlungen die Hautbarriere zusätzlich belasten.

Deshalb verfolgen moderne hautphysiologische Pflegekonzepte häufig das Ziel, die Hautfunktion zu unterstützen und gleichzeitig die individuellen Ursachen der Akne zu berücksichtigen.

Denn manchmal braucht unreine Haut nicht noch mehr Wirkstoffe – sondern zunächst wieder mehr Gleichgewicht.

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